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Magen- und Darmkrebs

Ernährungsempfehlungen

Krebserkrankungen des Magens und Darmes

Diese treten global in unterschiedlicher Häufigkeit auf, wobei in den letzten Jahren eine stark abnehmende Tendenz von Magenkrebs zu beobachten ist. Darmkrebs stellt weiterhin einen der häufigsten bösartigen Tumoren des Magen-Darm-Traktes dar, und liegt nach dem Lungenkrebs sowie Brustkrebs an dritter Stelle. Ernährungsgewohnheiten scheinen dabei eine ganz entscheidende Rolle zu spielen. In Länder mit einer Kost mit viel komplexen Kohlenhydraten, Ballaststoffen und reich an Antioxidantien, wenig Fett ist Darmkrebs relativ selten zu finden, dafür bei schlechter Lebensmittelhygiene, Verzehr von gesalzenem, gepökeltem Fleisch, insgesamt hohem Kochsalzkonsum gehäuftes Auftreten von Magenkrebs.

Ursachen für ein gehäuftes Auftreten von Magenkrebs

Diese sind in einer mangelhaften Lebensmittelhygiene zu sehen, damit häufig vergesellschaftet eine Besiedelung der Magenschleimhaut mit Helicobakter pylori, auf dem Boden einer chronischen Gastritis Typ B. Des Weiteren spielen geräucherte Lebensmittel, speziell Teerbestandteile eine Rolle, die ein starkes kanzerogenes Potenzial besitzen, Benzpyren. Bei unzureichender Magensaftssekretion können sich Keime ansiedeln, die Nitrat aus der Nahrung in Nitrit umwandeln, aus denen krebserregende Nitrosamine gebildet werden. Ein weiterer Risikofaktor stellt eine salzreiche Ernährung dar, mit damit verbunden gehäuftem Auftreten von chronischen Gastritiden.

Ursachen für ein gehäuftes Auftreten von Darmkrebs

In erster Linie scheinen diese in einer fettreichen, ballaststoffarmen Ernährung zu liegen. Ballaststoffe und komplexe Kohlenhydrate führender zu einer verkürzten Passagezeit durch den Dickdarm, damit besteht eine verkürzte Kontaktzeit der Darmschleimhaut mit potenziell krebserregenden Stoffen. Ballaststoffe vergrößern das Stuhlvolumen, binden Wasser, wodurch die krebserregenden Stoffe verdünnt werden. Durch den bakteriellen Abbau von Kohlenhydraten entstehen im Dickdarm kurzkettige Fettsäuren, die eine hemmende Wirkung auf Krebszellen haben. Ebenfalls führen Ballaststoffe zu Veränderungen der Darmflora, wodurch wiederum weniger krebserregende Stoffe anfallen. Verstopfung ist zu vermeiden, da damit eine verlängerte Kontaktszeit verbunden ist, diesbezüglich ist auf eine reichliche Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Fette tragen maßgeblich zur Entstehung von Dickdarmkrebs bei, was gesichert ist. Bei hohem Fettkonsum kommt es infolge gesteigerter Gallensekretion zu vermehrtem Übertritt von Gallensäuren in den Dickdarm. Diese wiederum werden von Darmbakterien verstoffwechelt, was zum Entstehen von krebserregenden Stoffen führt. Damit findet auch eine Negativselektion der Darmflora statt. Eine Rolle spielt die Zusammensetzung der Nahrungsfette, wobei gesättigte Fette tierischen Ursprungs, mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäuren (Maiskeimöl) hier besonders ungünstig sind, günstiger ist der Verzehr von einfach ungesättigten Fettsäuren ( Olivenöl). Mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren, wie vorwiegend im Fischöl haben sogar eine schützende Wirkung, auch konnte eine hemmende Wirkung auf die Bildung von Polypen in der Dickdarmschleimhaut nachgewiesen werden.

Eiweißstoffe führen bei hohem Fleischkonsum zu einem erhöhten Darmkrebsrisiko. Dabei werden Eiweißstoffe durch Darmbakterien u. a. zu Amoniak abgebaut, was wiederum einen krebserregenden Stoff darstellt. Ballaststoffe bzw. stärkereiche Kost ermöglicht wiederum den Umbau von Amoniak durch andere Darmflora in Eiweißstoffe.

Calciumreiche Kost hat einen protektiven Effekt, mit der Nahrung aufgenommenes Calcium wird nur zu etwa 30% im Körper aufgenommen, ein großer Anteil gelangt in den Dickdarm wo Calcium Gallensäuren und langkettige Fettsäuren bindet und deren negative Wirkung aufhebt.

Planzensterine (das pflanzliche Korrelat zum Cholesterin) vermindert ebenfalls die Rate der Dickdarmkarzinome, bei Menschen mit hohem Gehalt ein Planzensterinen im Stuhl (Vegetarier) ergibt sich ein geringeres Risiko für Dickdarmkrebs. Vitamine, vermutlich Vitamin C und E haben eine schützende Wirkung auf die Entstehung von Darmkrebs.

Alkohol hat einen negativen Effekt, ein hoher Konsum stellt insbesondere ein Risiko für Enddarmkrebs dar.

Vererbung spielt ebenfalls eine Rolle, familiäre Häufungen werden beobachtet, in seltenen Fällen existieren Gendefekte mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung bereits in jungen Jahren.

Darmpolypen sind meist Vorläufer eines Dickdarmkrebses, diese können endoskopisch abgetragen werden, darum ist eine Früherkennung sehr wichtig.

Ein erhöhtes Risiko befindet sich auch bei chronisch entzündlichen Darmerkrankung mit langjährigem Verlauf

Früherkennung

Insbesondere für den Darmkrebs ist sie von entscheidender Bedeutung, ab dem 40. Lebensjahr mit Untersuchungen von Blutspuren im Stuhl (Hämoccult-Test), ab dem 50. Lebensjahr mit Durchführung von hohen Coloskopien (Dickdarmspiegelung), die in etwa 5-jährigen Abständen wiederholt werden sollten. Bei familiärer Vorbelastung insbesondere im erstgradigen Verwandtschaftsverhältnis empfiehlt sich die Untersuchung zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter des Verwandten. Auch ist dann das Kontrollintervall verkürzt auf vier Jahre zu wählen. Nach Feststellung von Polypen in der Untersuchung ist auch hier eine Kontrolluntersuchung nach zwei bis drei Jahren erforderlich.

Prävention durch Ernährung

Magenkrebs

  • Optimale Versorgung mit Vitamin C und E, Selen, sowie B – Carotin durch einen hohen Obst- und Gemüseverzehr
  • Deutliche Reduzierung von gesalzenen, gepökelten und geräucherten Lebensmittel (Speck, Schinken, Räucherfisch, Kassler, Pökelfleisch)
  • Einschränkung des Kochsalzkonsums gute Lebensmittelhygiene

Dickdarmkrebs

  • Gemüse und Vollkornprodukte sollten in größeren Mengen verzehrt werden und den Hauptbestandteil der Nahrung ausmachen
  • Fisch und Geflügel sollte gegenüber rotem Fleisch bevorzugt werden
  • Der Alkoholkonsum sollte die Menge von 20g/Tag nicht überschreiten
  • Milchsäure als wichtiges Stoffwechselprodukt der Fermentation von Lebensmitteln. Milchsäurebakterien haben einen direkten tumorhemmenden Einfluss. Milchsäure findet sich in großen Mengen in fermentierten Gemüseprodukten (Sauerkraut) sowie in vergorenen Milchprodukten (Käse, Joghurt)

So genannte Krebsdiäten sind nicht sinnvoll, stellen eher ein Risiko für den Betroffenen bei in der Regel einseitiger Ernährung dar. Es existiert keine Ernährungsform und kein einzelnes Nahrungsmittel bzw. einzelne Nahrungsmittelinhaltsstoffe, die die Ausbildung eines Tumors verhindern oder einen bestehenden Tumor gar heilen.