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Reizdarm und Dyspepsie

Ernährungsempfehlungen

Ernährungsempfehlung bei Reizdarm und Dyspepsie

Das Reizdarmsyndrom ist eine chronisch funktionelle Störung des Darmes ohne organischen Befund, die durch verschiedene intestinale Beschwerden gekennzeichnet ist.

Typische Beschwerden (Kardinalsymptome) des Reizdarmsyndroms sind Bauchschmerzen, unregelmäßiger Stuhlgang und Blähungen, sichtbare Auftreibung des Bauches, meist durch Mahlzeiten ausgelöst und nach dem Stuhlgang besser werdend. Häufig wird über ein Gefühl der unvollständigen Entleerung nach dem Stuhlgang berichtet, teilweise dabei knollige Stühle, aber auch als Diarrhöen auftretend, häufig auch Schleimbeimengungen, gelegentlich auch Blut. Ein wesentliches Diagnosekriterium des Reizdarmsyndroms stellt der chronische Verlauf (mindestens drei Monate fortdauernde oder rezidivierende Symptome) dar.

Ursachen

Als Ursache kommen Störungen der Darmbewegung (Motilität), insbesondere auf die Nahrungsaufnahme verändert und beschleunigt in den oberen Dickdarmabschnitten in Frage. Weitere Gründe sind eine veränderte Schmerzwahrnehmung (viscerale Hyperalgesie), z. B. durch Schleimhautnoxen ausgelöst, Intoleranz gegenüber bestimmten Lebensmitteln, insbesondere gegenüber Zuckerstoffen wie z. B. Fruktose und Sorbit (Zuckeraustauschstoffe), aber auch Lactose (geschätzt etwa 60%), psychische Faktoren in Betracht. Das Auftreten von Bauchschmerzen wird insgesamt häufiger wie z. B. von Kopfschmerzen angegeben, dabei ist die Einschränkung der Lebensqualität höher als die bei einer Zuckererkrankung, eher vergleichbarer mit der einer fortgeschrittenen Herzschwäche.

Behandlungsansätze

Eine der wesentlichen Behandlungsansätze stellt die Ernährungstherapie dar. Hierbei zu klären ist der grundlegende Ernährungsstil (z. B. "Hausmannskost", mediterrane K.), Qualitätsanspruch an Lebensmittel (Konserven, frische K.), Zubereitungstechniken (gebraten, frisch), Randbedingungen (häusliche Gemeinschaft, Zeitaufwand), Begleitumstände (Alkoholkonsum, Fernsehen).

Bezüglich des Einflusses der Ernährung auf die Beschwerdensymptomatik beim Reizdarmsyndrom ist das primäre Ziel zumindest die temporäre Entlastung des Verdauungstraktes sowohl gegenüber spezifischer Bestandteile der Ernährung als auch ihrer generellen stofflichen Breite. Wesentliche Kriterien zur Selektion der Lebensmittel sind: Energiedichte, Qualität und Quantität der Fette, Kohlenhydrate, Anteil an Gemüse, Zusatz von Konservierungsstoffen, die bei einer typischen "Fast-food" Ernährung deutlich höher liegt wegen des höheren Fett- (wirkt obstipierend) und geringen Faseranteils. Kohlenhydrate haben sowohl auf Darmbewegung wie auch Blähungen einen entscheidenden Einfluss. Entgegen landläufiger Meinung können Gewürze und Küchenkräuter bei Reizdarmsyndrom sehr günstig wirken. Pfefferminztee wirkt z. B. krampflösend.

Begleitumstände der Mahlzeiten wobei mehrere kleine Portionen langsam gegessen werden sollten, Erhöhung des Anteiles von erhitzter Kost (warme Mahlzeiten), möglichst mit Einhaltung eines Zeitrhythmus, dabei Verzicht auf Nikotin und Kaffee (beschleunigt die Darmtätigkeit), Alkohol (verlangsamte Darmtätigkeit).

Sinnvoll ist der Ausschluss einer Malabsobtion von Kohlenhydraten (Lactose, Fruktose, Sorbit).